Anlässlich des 50. Geburtstags des Vereins der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V., dessen Mitglieder ehrenamtlich die Regensburger Volkssternwarte betreiben, findet von 20. Mai bis 11. September 2026 die Sonderausstellung „Ad Astra“ in den Räumlichkeiten des Historischen Museums Regensburg statt.

Astronomie hat in Regensburg eine lange Geschichte. Bereits im 11. Jahrhundert errichteten Mönche des Klosters St. Emmeram mit der sog. Sphaera von Wilhelm von Hirsau das „älteste festinstallierte Observatorium des lateinischen Mittelalters“ (Schonhardt 2023). Im Anschluss beschäftigten sich neben Johannes Kepler, der im Jahre 1630 in Regensburg starb immer wieder Personen, besonders aus dem klösterlichen Bereich, mit dem Sternenhimmel. Besonders seit dem späten 18. Jahrhundert betrieb auch St. Emmeram wieder systematische Forschungen und legte sich eine umfangreiche Instrumentensammlung zu. Mit der Auflösung des Klosters und der Gründung des königlich-bayerischen Lyzeums wiederum veränderte sich der Fokus. Astronomie wurde nun den Studierenden des Lyzeums gelehrt, sodass es vor allem eine didaktische Funktion bekam. Daran orientierten sich auch die Geräte, die im Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ergänzt wurden und nun Teile der historischen Instrumentensammlung der Professur für Wissenschaftsgeschichte der Universität Regensburg bilden. Seit dem Jahr 1905 befindet sich die Sternwarte am Ägidienplatz 2, wo auch der Großteil der Lehre des Lyzeums stattfand. 1920 wiederum öffnete Professor Karl Stöckl die Sternwarte für die Allgemeinheit, und betrieb sie seither als Volkssternwarte. Nach Stöckls Tod 1959 wurde die Sternwarte zunächst von wenigen Freiwilligen, etwa dem Autodidakten Alois Menath, weiterbetrieben. Zusammen mit Personen aus den Reihen der Universität und der Fachhochschule hat Menath schließlich 1976 den Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V. gegründet.

Geleitet von unserem Schatzmeister und Doktoranden an der Professur für Wissenschaftsgeschichte, Torsten Bendl, und dem Leiter der Museen der Stadt Regensburg, Dr. Sebastian Karnatz, hat ein vielseitiges Team, bestehend aus Mitgliedern des Vereins sowie Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität Regensburg eine Ausstellung erarbeitet. Sie zeigt, wie sich in den vergangenen 1000 Jahren Menschen in Regensburg mit Astronomie beschäftigt haben. Zudem macht sie deutlich, wie sich der Fokus von Forschung hin zu Vermittlung veränderte und wie die Volkssternwarte heute die Wahrnehmung von Astronomie in Regensburg definiert. Dabei nimmt die Geschichte des Vereins einen besonderen Fokus ein.

Zusammenfassung:

„Ad Astra“ erzählt die Geschichte der Astronomie in Regensburg von mittelalterlichen Himmelsbeobachtungen bis zur heutigen Volkssternwarte. Im Mittelpunkt stehen historische Instrumente, die Zugänglichkeit von Wissen und die Menschen, die astronomische Bildung in Regensburg über Jahrhunderte geprägt haben — besonders der 1976 gegründete Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V.

 

Ad Astra

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